Isfahan – I

Die Busfahrt von Yazd nach Isfahan verlief sehr schnell und bequem. Sie dauerte 4 Stunden und es waren mit mir nur 3 Fahrgäste an Bord.

Die Landschaft ist eintönig, ebene, karge Wüste, nur gelegentlich unterbrochen von kleineren grünen Flecken und 1 oder 2 Städtchen.

Unterwegs überholten wir diesen deutschen Motorradfahrer.

Schon bei der Einfahrt in die Stadt waren sehr viele gepflegte Grünanlagen zu sehen. Eine moderne und sehr lebendige Stadt mit entsprechendem Strassenverkehr.

Die Fahrt mit dem Taxi zu meiner Unterkunft verlief sehr schnell, allerdings erst nach einer längeren Verhandlungsphase. Generell bewegen sich die Taxipreise innerstädtisch immer irgendwo im Bereich zwischen 8000 und höchstens und 20.000 Tomans, je nach geschätzter Entfernung und Verhandlungsgeschick und -laune.

Meist zeige ich einen 100.000 Rial-Schein und gut ist. Das entspricht ungefähr 1,50 €.

Die Unterkunft ist diesmal recht luxuriös, ein Appartement, das ich mir mit einer Textil-Designerin aus Slowenien teile.

Gefunden über homestay.com.

Rund um Yazd – Kharanaq, Chak Chak, Meybod

Die heutige Tagestour rund um Yazd führte mich nach Kharanaq (ein verlassenes Dorf), Chak Chak (zarathustrische Pilgerstätte), Meybod (Dorf nördlich von Yazd mit einem sehenswerten Taubenturm, einer Karawanserei und einer Lehmziegelfestung) und zum Schluss noch zu den Türmen des Schweigens am Stadtrand von Yazd.

Kharanaq

Kharanaq
Kharanaq
Kharanaq
Panoramablick vom Dorf Kharanaq ins Tal hinab und auf die Felder
Kharanaq
Kharanaq

Kharanag, ein aufgegebenes Dorf, das sich langsam wieder in die Erde zurückverwandelt, aus der es gemacht wurde. Der Ort liegt ungefähr in 80 Kilometer Entfernung von Yazd auf der Strecke nach Tabas. Von den Mauern des alten Dorfes sieht man auf das bewässerte, grüne Tal hinab und man versteht sofort, warum ausgerechnet hier dieses Dorf entstand. Es liegt auf einem Felssporn über dem Tal, geschützt und mit gutem Überblick weit in die umgebende Wüste hinein.

Kharanaq
Kharanaq

Es ist schon ein Erlebnis, durch die immer noch vorhandenen kleinen Gassen, Hinterhöfe und Plätze zu schlendern.

KharanaqMan kann sich in dem Wirrwarr fast verlaufen. An manchen Stellen scheint es so, als seien die Menschen erst gestern ausgezogen in den moderneren Teil des Dorfes.

Kharanaq
Fußbodenheizung 
Kharanaq
Blick auf Kharanaq
Kharanaq
Kharanaq

Chak Chak

Heiliger Ort der Zoroastrer.

Aus kargen Bergen entspringt Wasser, Leben.

Meybod, eine Lehmziegelzitadelle.

In Meybod besuchte ich eine sehr schöne, gut restaurierte Karawanserei, in der sich neben einem kleinen Teppichmuseum für die hier hergestellten Zuluteppiche (die Besonderheit dieser Teppiche ist, dass sie beidseitig verwendet werden können) weitere zahlreiche Kunsthandwerker-Läden befinden.

Ganz in der Nähe der Karawanserei ist ein gut restaurierter Taubenturm zu besichtigen.

Hier nisteten zehntausende Tauben, deren Kot als Dünger verwendet wurde.

Zwei weitere Schönheiten, im Taubenturm fotografiert.

Die Türme des Schweigens befinden sich am südlichen Stadtrand von Yazd.

Ein Wasserspeicher, flankiert von Badgirs.

Yazd – II

Bislang für mich die Stadt mit einem ganz besonderen orientalischen Flair.

Yazd

Keramik-Schale
Kunsthandwerkerin
Kunsthandwerkerin

Windturm – Badgir

Typischer Windturm in Yazd

Hier sieht man beim Schlendern durch die verwinkelten Gassen zahlreiche Windtürme, Moscheekuppeln und Minarette.

 

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Windtürme

Yazd ist eine typische Oasenstadt, in der seit vielen Jahrhunderten auf dem Weg zwischen den beiden großen Wüsten Irans, der Dascht-e-Kawir und der Dascht-e-Lut, in Karawansereien Rast gemacht und Handel getrieben wurde. Marco Polo berichtet von einem Besuch in Yazd.

Ohne Titel

Die Windtürme sind eine geniale Erfindung der Vergangenheit, die ein angenehmes Leben in der Wüste ermöglichen. Diese Türme erinnern an Schornsteine, an deren oberem Ende vertikale Lufteinlassöffnungen vorhanden sind. Da in der Wüste eigentlich immer ein teils heftiger Wind weht, wird diese heiße Luft – egal aus welcher Himmelsrichtung sie kommt – eingefangen und durch ein ausgeklügeltes System in den Schornsteinen nach unten geleitet. Dort wird die noch heiße Luft (oft, aber nicht immer) über Wasserbecken geführt, kühlt dort ab, wird dann im Gebäude verteilt, sorgt für ein sehr angenehmes Raumklima und wird schließlich, nach allmählicher Erwärmung, wieder über Luftschächte in den Türmen abgeleitet.

Lufteinlassschächte in einem Windturm in Yazd
Lufteinlassschächte an einem Windturm in Yazd

Eine absolut geniale „Klimaanlage“, die ohne Energie (Strom) funktioniert und absolut geräuschlos arbeitet. Wie schrecklich sind dagegen moderne, meist lärmende elektrische  Klimaanlagen.

Yazd ist zugleich auch das Zentrum der zorostrischen Religion, deren „Türme des Schweigens“ man am südlichen Stadtrand besuchen kann.

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Türme des Schweigens
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Türme des Schweigens

Außerhalb von Yazd befindet sich das zoroastrische Heiligtum „Chak-Chak„, ein absolut sehenswerter Ort.

Chat-Chak
Chak-Chak

 

Die Stadt wird durch unterirdische „Qanate“ mit Wasser versorgt.

Yazd – I

Schönheiten in Yazd
Schönheiten in Yazd
Iranische Schönheit in Yazd
Iranische Schönheit in Yazd

Die Busfahrt von Kerman nach Yazd dauerte insgesamt ca. 5 Stunden. Dieses mal wählte ich einen Standard-Bus aus. Die VIP-Busse fuhren erst nachmittags ab, so lange wollte ich nicht in Kerman verbringen.

Das Ticket kostete 17.000 Toman, weniger als 3€. Die Fahrt war auch deutlich unbequemer, statt 3 Sitzen nebeneinander waren es jetzt 4. Zudem eng und unkomfortabel.

Ein Hotel in Yazd hatte ich bereits vorab arrangiert. 20€ Einzelzimmer inkl. Toilette, Dusche und Frühstück.

Nach der Ankunft gleich ein erster kleiner Spaziergang und Treffen mit zwei sehr netten Begleiterinnen, die ich bereits in Kerman in meinem Hotel kennengelernt hatte.

Diese Stadt hat, ganz anders als Kerman, ein besonderes Flair. Viele verwinkelte kleine Gassen, die immer wieder neue, überraschende Anblicke bieten. Zahlreiche kleine Hotels, Cafés, Läden und Handwerker finden sich hier.

Und beeindruckend die vielen Badgirs (Windtürme), die sich über die meist kuppelförmigen Dächer erheben. Außerdem sind die Gassen auffallend sauber.

Abends eine beeindruckende Szenerie an Türmen, Kuppeln und geschäftigem Treiben.

In der Kavir-e-Lut

Eine riesige Wüste, die sich bis in Richtung Afghanistan und Pakistan ausdehnt. Hier soll es die höchste jemals gemessene Temperatur auf der Erdoberfläche gegeben haben.

Befahrbar eigentlich nur während dieser Jahreszeit.

Am Abend meiner Ankunft hatte ich noch eine Tour organisieren können. Von Kerman nach Arg Rayen, eine alte Lehmziegelzitadelle, südlich an der Strecke nach Bam gelegen. Von dort weiter zu einer Gartenanlage, Shahzadeh Garden Mahan. Von dort aus zum nahe gelegenen Sufi-Schrein in Mahan, Shah Nematollah Vali Shrine, und schließlich über die Berge in die Wüste Lut.

Die Anlage Arg Rayen. Absolut sehenswert.

Kerman

Bereits in Bandar Abbas versuchte ich mir eine Unterkunft in Kerman zu besorgen. Bei Ankunft in der Dunkelheit in einer fremden Stadt sich auf die Suche zu begeben, ist nicht so ganz angenehm.

Internet sei Dank konnte ich dieses Problem recht schnell lösen. 20€ inkl. Frühstück.

Die Busfahrt kostete 370.000 Rial, ca. 6 €, für 7 Stunden Fahrtzeit.

Die Fahrt im VIP-Bus, 3 Sitze in einer Reihe, verlief sehr angenehm.

In Kerman angekommen, ging es mit einem Privatwagen, dessen Fahrer sich zum Taxifahrer erklärte, zum Hotel.

Relativ zentral gelegen, altes Gebäude, das modernisiert wurde, der Besitzer spricht Deutsch.

Unterwegs nach Kerman

Bin soeben mit dem Bus von Bandar Abbas nach Kerman gestartet.

Geschätzte 7 bis 8 Stunden Fahrtzeit. Preis 37.000 Toman = ca. 6 €.

Süßigkeiten als Service.

Motorradfahrer

Auf der Fahrt nach Isfahan konnte ich diesen deutschen Motorradfahrer fotografieren.

 

Qeshm

Am Freitag ging es mit dem Flieger nach Qeshm-Island. 1 Stunde Flug, Düse, ca. 15 €. Habe vorab eine einfache Unterkunft inklusive Abholung am Flughafen organisiert. Die Abholung klappte nicht ganz wie vereinbart, doch nach einigem Hin- und Her und in der Hitze rumstehen gelangte ich schließlich doch noch nach Shibderaz.

Die Verständigung ist hier schon deutlich schwieriger als in Shiraz. Englisch wird nur sehr rudimentär gesprochen und über meine Farsi-Kenntnisse gibt es nichts zu berichten. Der Freundlichkeit der Menschen tut das allerdings keinen Abbruch.

Bei Shibderaz gibt es einen Strand, an dem man die Schildkröten an Land kommen und ihre Eier ablegen sehen kann. Am ersten Abend war ich allerdings zu müde, um in der Dunkelheit noch einen längeren Ausflug zu unternehmen.

Heute, Samstag, unternahm ich gemeinsam mit einem belgischen Paar einen Ausflug zu Salzhöhlen an der Südküste in der Nähe des Dorfes Kani.

Die Fotos geben die mörderische Hitze nicht wieder, die hier herrscht; auch in der besuchten Salzhöhle ist es nicht wirklich viel kühler. Einen Aufenthalt im Juli kann ich mir absolut nicht vorstellen.

Von den Salzhöhlen aus dann nach Laft an der Nordküste, direkt gegenüber von Bandar Abbas.

Besonderheit hier: die Reste einer kleinen portugiesischen Festung, Badgirs (die traditionellen Klimaanlagen), einige typische Holzboote und Mangroven.

So ein Windturm ist eine fantastische Angelegenheit, er lenkt den immer herrschenden Wind in die darunter liegenden Räume und kühlt angenehm. Ganz ohne Strom und ohne den Lärm einer modernen Klimaanlage.

Gemeinsam mit etlichen Iranern genossen wir die wunderbar kühlende Luft, die von oben durch den Turm herabströmt.

Vor dem Turm ein Feuerwehrwagen.

Zuvor ein kleiner Trip in die Mangroven.

 

 

Shiraz – Quran-Tor

Quran-Gate
Quran-Gate, 360 Grad Aufnahme

Am Stadtausgang in Richtung Persepolis befindet sich das Quran-Tor.

360 Grad Foto

Quran-Gate
Quran-Gate

Am schönsten ist es, wenn man sich der Stadt von Persepolis aus nähert; dann kommt man vom Hochland, die Straße führt durch eine Engstelle hindurch hinab nach Shiraz. Früher befand sich das Tor zur Stadt in der Straßenmitte, inzwischen wurde es wegen des immer dichter werdenden Verkehrs und wegen der Verbreiterung der Straße an den Rand versetzt.

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Kreisverkehr mit Pfau vor dem Quran-Gate

Vor dem Tor befindet sich heute – wenn man von der Stadt kommt – ein Kreisverkehr, dessen Inneres, wie alle Plätze in Shiraz, sehr grün und gepflegt angelegt ist. Als ich das Tor besuchte war dieser Pfau zu sehen.

Oberhalb des Tores befindet sich das Mausoleum des Sufi-Dichters Khawju Kerman. Ein Besichtigung dieser Grabstätte ist nicht nur wegen der kühlen Höhle mit Wasser lohnenswert, sondern vor allem wegen des Teehauses, von dem aus man eine wunderbare Aussicht auf das Tal hinab zur Stadt Shiraz hat.

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Welche Wohltat muss das in früheren Jahrhunderten gewesen sein, nach langem und entbehrungsreichem Marsch durch die Wüste an diesem Punkt angekommen zu sein und auf das grüne Tal und die großartige Stadt mit ihren Türmen und Gärten hinabzusehen zu können!Ohne Titel

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Blick auf Shiraz
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Blick auf Shiraz – rechts das Grand Hotel Shiraz

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Leider befindet sich heute in unmittelbarer Nachbarschaft ein den Blick störender moderner Betonbau-Hotelkomplex; das Shiraz Gran Hotel.

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Shiraz Grand Hotel
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Blick auf Shiraz – 360 Grad Aufnahme