Informationen zur Weihnachtszeit in Kolumbien!

Mit Blick auf die Weihnachtszeit sind wir von offizieller Seite mit nachfolgenden Empfehlungen zur aktuellen Sicherheitslage versorgt worden:

Verhaltensempfehlungen zur persönlichen Sicherheit (………)

Die Weihnachtszeit rückt näher. Es werden Weihnachtseinkäufe getätigt, gesellige Veranstaltungen aufgesucht und mehr Geld „umgesetzt“ als in der übrigen Jahreszeit. Statistisch betrachtet kommt es während dieser Zeit zu einem deutlichen Anstieg der Allgemeinkriminalität. Insbesondere Eigentumsdelikte wie Raub oder Diebstahl nehmen in dieser Zeit zu. Für Kriminelle beginnt die Hochsaison.

Bitte beachten Sie:
Die Gefahr Opfer von Straftaten zu werden, lässt sich in Bogotá durch Ihr persönliches Sicherheitsverhalten deutlich reduzieren. Dieses Schreiben soll Ihnen einige Sicherheits- und Verhaltenshinweise in Erinnerung rufen, die Ihnen dabei helfen sollen, gesund und munter ins Neue Jahr zu kommen.

Bitte nehmen Sie sich für die Empfehlungen, auch wenn Ihnen das ein oder andere bekannt sein sollte, einige Minuten Zeit. Nur das regelmäßige Wiederholen von Sicherheitsempfehlungen gewährleistet, dass Sie diese in ihrem Alltag auch tatsächlich berücksichtigen und im Ernstfall richtig reagieren.

Empfehlungen für zu Hause

Ihre Wohnung sollte von außen nicht einsehbar sein. Vorhandenen Sichtschutz, z.B. Gardinen, Rollos etc. sollten Sie auch tagsüber nutzen. Häufig werden bei Wohnungseinbrüchen die Tatobjekte von den Tätern vor der Tat ausgekundschaftet. Sind Wertgegenstände (TV, Stereogerät, Computer, Vitrinen mit wertvollem Inhalt etc.) in ihrer Wohnung von außen sichtbar, könnte dies bei den Tätern „Appetit wecken“. Lassen Sie die Wachleute ihres Hauses auf keinen Fall in ihre Wohnung und gewähren Sie diesen von der Haustür aus keine Einblicke ins Innere. Die ehemaligen Wachleute des Conjuntos eines Botschaftsangehörigen, in dessen Nachbarwohnung im November 2011 eingebrochen wurde, stehen in Verdacht, als Mittäter der Einbrecher fungiert zu haben. Der Fall zeigt, dass Sie gegenüber den Sicherheitskräften Ihres Gebäudes freundlich aber zurückhaltend sein sollten.

Gewöhnen Sie sich an, unvergitterte Fenster nicht unnötig geöffnet zu haben.

Nutzen Sie auch tagsüber die Sicherheitsvorrichtungen Ihres Gebäudes (Aktivierung der Alarmanlage, Türverriegelungen, Bewegungsmelder etc.). Mir ist bekannt, dass vorhandene Sicherheitsvorkehrungen häufig aus Bequemlichkeit nicht genutzt werden. Gerade in Neubauten mit modernen Alarmsystemen neigen die Bewohner aufgrund der komplexen Bedienung der Geräte dazu, diese ausgeschaltet zu lassen. Falls Ihnen der Sachverhalt bekannt vorkommt: Beauftragen Sie einen Techniker, der die Programmierung für Sie vornimmt und ihnen die Handhabung erläutert. Die meisten Anlagen lassen sich so programmieren, dass diese auch nachts betrieben werden können. Um nachts unbeabsichtigte Fehlalarme von Ihrer Seite zu vermeiden, können Sie einen Nachtmodus nutzen – in diesem Modus werden einzelne Alarmsensoren, z.B. in Schlafzimmern, Fluren und Toiletten deaktiviert.

Überprüfen Sie ihre Facebookauftritte auf Bilder, die Ihren Wohnraum zeigen. Das sollten Sie unbedingt vermeiden. Seien Sie sich bewußt, dass professionelle Täter Ihr Facebookprofil auch zur Informationsgewinnung über Sie nutzen können (Wohnort, Wohnungsaustattung, Alter und Aussehen der Kinder, Beziehungsstatus etc. – sprich: Persönlichkeitsprofile). Ihre zahlreichen Urlaubsfotos an immer verschiedenen Orten z.B. lassen den Schluss zu, dass es Ihnen finanziell gut geht. Posten Sie niemals Details zu bevorstehenden Ortsabwesenheiten, z.B. wie sehr Sie sich auf das verlängerte Wochenende mit der Familie in Villeta freuen.

Kleben Sie sich wichtige Telefonnummern unter ihren Telefonapparat oder seitlich daran. In der Hektik eines Notfalls haben Sie die Nummern dadurch immer sofort parat.

Weisen Sie ihr Hauspersonal regelmäßig auf die strikte Einhaltung Ihrer „Sicherheits-Spielregeln“ im Haus hin (Vorsicht beim Öffnen der Haustür, Distanz zum Wachpersonal, Schließen der Fenster und Vorhänge etc.).

Empfehlungen rund ums Auto

Verschließen Sie unmittelbar nach Fahrtantritt alle Türen und fahren Sie nicht mit offenem Fenster. Bei Überlandfahrten sollten Sie außerhalb von Ortschaften die Türen entriegelt haben, – bei Unfällen können dann die Türen von außen durch Jedermann geöffnet werden.

Halten Sie Ihre Familie, Freunde oder Kollegen über Ihre Fahrtpläne/Reiseabsichten unterrichtet. Für Fahrten außerhalb Bogotás gilt die Hausverfügung zur Ortsabwesenheit.

Im geparkten Auto sollten keine Wertgegenstände sichtbar sein (auch kein Radio).
Verstauen Sie Weihnachtseinkäufe immer im Kofferraum Ihres Fahrzeugs. Sollte Ihr Fahrzeug mit einer Laderaumabdeckung ausgestattet sein (Kombi oder Geländewagen), nutzen Sie diese!

Achten Sie auf mögliche Verfolger und ändern Sie im Verdachtsfall sofort Ihre Fahrtroute.

Meiden Sie abgelegene Fahrstrecken. Meiden Sie Nachtfahrten sowohl innerhalb als auch außerhalb der Stadt. Vermeiden Sie es, nachts an Kreuzungen anzuhalten. Fahren Sie nachts nach Möglichkeit nicht alleine. Nachts erhöht sich die Gefahr eines Überfalls.

Bei Überlandfahrten sollten Sie möglichst im Konvoi fahren. Dies erhöht Ihren Schutz; Sie haben in Notfällen Helfer und verfügen bei Autounfällen über Zeugen.

Beim Halten an Ampeln sollten Sie ausreichend Abstand zum Vordermann halten, um ggf. einen Fluchtweg zu haben.

Vermeiden Sie nach Bankbesuchen Routinehandlungen, nutzen Sie z.B. wechselnde Fahrtrouten. Sie erschweren dadurch die Planung eines Überfalls. Vorsicht beim Geldabheben an Automaten: Freie Geldautomaten z.B. auf der Strasse, bei denen Sie sich zu Fuß entfernen oder bei denen Sie mit dem Auto vorfahren, sollten Sie nicht benutzen. Die Gefahr, im Anschluss an das Abheben von einem Täter verfolgt zu werden ist wesentlich größer als beim Geldabheben an Automaten in Einkaufszentren. Verlassen Sie nach dem Geldabheben das Einkaufszentrum mit dem Auto, hat der Täter Schwierigkeiten die Verfolgung aufrechtzuerhalten, weil er z.B. sein Motorrad ganz woanders geparkt hat. Ein Überfall unmittelbar nach dem Geldabheben ist in einem Einkaufszentrum für einen Täter aufgrund des vielen Sicherheitspersonals wesentlich risikoreicher als ein Überfall auf offener Strasse nach dem Abheben an einem Straßenautomaten.

Vermeiden Sie während des Wartens an der Ampel den Kontakt zu Bettlern oder Strassenverkäufern. Öffnen Sie das Fenster nicht und geben Sie sich völlig unbeteiligt.

Nutzen Sie nur registrierte Taxis (……….) oder Taxis von offiziellen Taxiständen. Werfen Sie vor dem Einsteigen in das Taxi einen Blick auf den Beifahrersitz. Meistens ist dieser nach vorne umgeklappt, damit der Fahrgast auf der Rückbank mehr Platz hat. In letzter Zeit häufen sich Überfälle auf Taxikunden, bei denen sich ein Mittäter im Fußraum unter dem nach vorne geklappten Vordersitz versteckt hält und sich erst nach Fahrtantritt zu erkennen gibt. Der Mittäter klappt den Beifahrersitz nach hinten und bedroht den Fahrgast mit einer Schusswaffe.

Benutzen Sie keine Taxis, die über eine Trennung zwischen Fahrer und Fahrgast verfügen (z.B. durch eine Glasscheibe). Aktuell sind Fälle bekannt, bei denen der Taxifahrer nach dem Einsteigen des Fahrgastes einen Mechanismus auslöste und dadurch eine Art Schlafgas in den Fahrgastraum eingeleitet wurde. Nach der Betäubung des Fahrgastes wird dieser durch den Taxifahrer ausgeraubt und ausserhalb des Stadtgebiets ausgesetzt.

Von der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel wird uneingeschränkt abgeraten. Die Gefahr, Opfer eines Taschendiebstahls zu werden, ist im engen Gedränge öffentlicher Verkehrsmittel besonders groß.

Bewahren Sie Autoschlüssel, Haus- und Büroschlüssel getrennt voneinander auf. Sollten Sie gezwungen werden, Ihren Autoschlüssel herauszugeben, ist Ihre Wohnung/Büro nicht mitgefährdet. Führen Sie im Auto neben den üblichen technischen und Erste-Hilfe-Ausstattungen eine Taschenlampe/Stirnlampe mit. Haben Sie nachts eine Reifenpanne, erleichtert die Lichtquelle den Reifenwechsel und Sie sparen dadurch Zeit.

Seien Sie besonders aufmerksam, wenn Sie Ihr Fahrzeug an öffentlichen Parkplätzen aufsuchen und entriegeln. Stellen Sie sicher, dass auf der anderen Fahrzeugseite kein Fremder zusteigen kann.

Wenn Sie im Stau stehen, achten Sie auf bettelnde Kinder. Oftmals gehören diese zu Diebesbanden und täuschen das Betteln nur vor. Die Kinder stellen zum Beispiel fest, ob sich im Fahrzeug Wertgegenstände befinden. Wenn ja, markieren die Kinder das Fahrzeug unbemerkt, z.B. durch das Aufkleben eines Kaugummis an der Fahrertür. An der nächten Ampel halten Mittäter nach den markierten Autos Ausschau und schlagen z.B. bei einem verriegelten Fahrzeug blitzschnell die Fensterscheibe ein, um an den Wertgegenstand zu gelangen. Handtaschen sollten daher immer unter dem Vordersitz deponiert werden. Das Aufbringen von getönten Folien für die Fensterscheiben hilft gegen diese Art von Überfällen. Die Folien wirken zugleich als Spitterschutz. Die Scheibe geht nicht zu Bruch und der Täter kann nicht in das Auto hineingreifen. Das Aufbringen der getönten Folien bietet jede größere Kfz-Werkstatt an.

Seien Sie bei Verkehrsunfällen besonders vorsichtig. Sie könnten fingiert sein, um Sie zum Anhalten zu bewegen.

Empfehlungen für unterwegs

Nehmen Sie auf Weihnachtsveranstaltungen keine Weihnachtsgebäcke, Süßigkeiten oder Getränke von Fremden an, da diese mit sog. K.o.-Tropfen oder ähnlich wirkenden Substanzen versetzt sein können. Täter nutzen die gesellige Weihnachtsmarktatmosphäre gezielt aus, um Ihnen als den gerade kennengelernten „neuen Bekannten“ präparierte Getränke oder Esswaren zu verabreichen. Lehnen Sie solche Angebote strikt ab. Auch Flyer, z.B. Werbeflyer für Weihnachtsgeschenke oder Restaurants, die auf der Straße verteilt werden, sollten Sie aufgrund der Gefahr einer K.o.-Tropfen-Präparierung auf keinen Fall annehmen.

Vermeiden Sie es, bei Dunkelheit zu Fuß unterwegs zu sein. Fußgänger können nicht nur leichter Opfer von Überfällen, sondern auch von Entführungen werden.

Ermöglichen Sie fremden Personen niemals den Blick in Ihren Geldbeutel, z.B. beim bezahlen im Supermarkt.

Halten Sie einen Betrag in der Tasche bereit, den Sie im Falle eines Überfalls sofort herausgeben. Viele Täter begnügen sich mit dem Betrag und entfernen sich. Werden die Täter gestellt, geben Sie an, auf Nachfrage eine Spende erhalten zu haben. Geld, Kreditkarten und wichtige Ausweise sollten Sie nicht in einer Geldbörse, sondern unbedingt getrennt voneinander bei sich haben.

Überlegen Sie sich, bei welchen Dokumenten es ausreichend ist, sie nur als Kopie bei sich zu tragen.

Führen Sie Kreditkarten nur bei sich, wenn dies unbedingt notwendig ist. Wer sonntagmorgens Brot einkaufen geht, benötigt dafür keine Kreditkarten.

Tragen Sie keinen auffälligen Schmuck oder auffällige Uhren. Auch Modeschmuck oder Uhrenfälschungen können Diebe anlocken.

Verhaltensempfehlungen bei Überfällen

Leisten Sie keinen Widerstand und händigen Sie dem Täter bereitwillig alle Wertgegenstände aus. Bleiben Sie ruhig und provozieren Sie den Täter nicht. Täter sind i.d.R. ausschließlich an Geld und/oder Wertsachen interessiert (zumindest gilt dies für Bogotá). Im Falle von Wiederstandshandlungen bringen Sie den Täter aus dem Konzept – sein Tatplan wird gestört. Die Konsequenz ist für Sie unvorhersehbar, z.B. könnte der Täter durch seine Nervosität von der Schusswaffe Gebrauch machen. Beachten Sie, dass Ihnen der Täter immer überlegen sein wird (Täter sind Profis, wir sind Laien).

Halten Sie bei Überfällen keine Wertgegenstände zurück, z.B. indem Sie ihr Handy in der Hosentasche vor dem Täter verborgen halten. Im Zuge eines Überfalls durchsuchen Täter häufig ihre Opfer, dabei werden dann die Hosentaschen abgetastet. Findet der Täter einen Wertgegenstand bei Ihnen, obwohl er Sie zuvor zur Herausgabe aufgefordert hatte, könnte sich der Täter provoziert fühlen und sich dafür rächen wollen. Leben und Gesundheit sollten für Sie Priorität haben, Materielles lässt sich immer ersetzen.

Konzentrieren Sie sich im Falle eines Überfalls darauf, für den Täter ruhig, besonnen und kooperativ zu wirken.

Vom Führen von Waffen und/oder deren Verwendung wird dringend abgeraten. Das Tragen von Pfefferspray wird allgemein nur für sinnvoll erachtet, wenn der Träger das Spray z.B. in Stresssituationen auch sicher anwenden kann. Um sich mit dem Spray nicht selbst zu gefährden, ist ein regelmäßiges Training erfoderlich.

2 Kommentare zu „Informationen zur Weihnachtszeit in Kolumbien!“

    1. Hallo Heike,

      wird hatten das Gefühl, dass Bogotá nicht ganz so hart ist wie Cali….
      Hier sind die Sicherheitskräfte noch viel deutlicher sichtbar als in Bogotá.
      Wirklich gefährlich wird es in dem Moment, in dem man glaubt, die Situationen zu kennen. Dann wird man nachlässig….
      Wir hoffen, dass wir immer ausreichend Vorsicht walten lassen.

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