Heute flogen wir von Santiago nach Antofagasta, immerhin ein 2-stündiger Inlandsflug.
Antofagasta liegt gut 1.500km nördlich von Santiago und ist der Zugang zur Atacama-Wüste.
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…unterwegs in Santiago 4
Was uns vor allem auffiel in Santiago:
Keine Waffen!!!
Natürlich sieht man auch hier – allerdings nur vereinzelt – Wachpersonal in Geschäften und Einkaufszentren.
Sehr dezent und wenig auffallend. Das Wachpersonal trägt keine (!) Waffen. In Cali stehen überall, an jedem Eingang, an jeder Ecke, an jedem Parkplatz, mit dicken Revolvern und beeindruckenden Schrotflinten bewaffnete Sicherheitskräfte herum. An jeder Kreuzung und überall sonst unübersehbar ist die Polizei präsent. Das Militär und die Polizei führen täglich – oft auf einer Straße mehrfach hintereinander – schwer bewaffnete Kontrollen durch.
In Bezug auf die öffentliche Sicherheit ist zumindest dem Augenschein nach, Cali im Vergleich zu Santiago ein verdammt heißes Pflaster.
In Santiago nutzen die Menschen z. B. die öffentlichen Parkanlagen ohne Angst, liegen auf den Rasenflächen oder Parkbänken, dösen oder schlafen.
In Cali undenkbar.
Wir hatten hier in keinem Moment ein Gefühl der Angst oder Unsicherheit.
…unterwegs in Santiago 3
Heute ging es erst mal in ein riesiges Shopping-Center, Mall Parque Arauco.
Hier gibt es einige Ausrüstungsgeschäfte, die unter anderem warme Kleidung, Schlafsäcke und ähnliches anbieten. Dinge, die wir in Cali nicht bekommen können. Wer kauft in Cali schon warme Kleidung???
Da wir morgen nach San Pedro de Atacama weiterreisen werden und es dort nachts und morgens doch recht frisch sein kann, kauften wir für Cora eine warme Funktionsjacke.
Die Shopping-Mall befindet sich in der Nähe von „Sanhattan“, dem Bankenviertel.
Zumindest in Hamburg ist mir an Größe, Eleganz und Vielzahl des Angebots keine vergleichbare Mall bekannt.

Nach dem „Beute machen“ fuhren wir mit der Metro zurück ins Zentrum und gingen im Mercado Central essen. Der Markt ist bekannt für sein großes Angebot an Fischspezialitäten.
…unterwegs in Santiago 2
Nach der Silvesternacht, die wir auf dem Dach unseres Hochhauses im 24. Stock verbrachten brachen wir erst am späten Vormittag auf.
Die Stadt ist ruhig, fast alle Läden, Restaurants, etc. sind geschlossen. Zu Fuß gingen wir am Rio Mapocho entlang in Richtung „Sanhattan“, so wird hier das Bankenviertel genannt. Ursprünglich ironisch gemeint, hat sich der Begriff inzwischen eingebürgert.
(Fotojournal)

Brunnen zur Erinnerung an 150 Jahre deutsche Einwanderung

Entlang des Flusses gibt es viel Kunst zu entdecken. Besonders interessant der „Skulpturenpark“.
…unterwegs in Santiago 1
Besichtigung der Innenstadt. Plaza de Armas, Kathedrale und natürlich die Moneda. In der Moneda hat sich bei Pinochets Putsch 1973 der gewählte Präsident Allende erschossen. Auf eine Fotografie des Standbilds von Allende, das sich direkt vor dem Palast befindet, habe ich verzichtet. Es sieht einfach scheußlich aus. Wen es interessiert, kann hier klicken.Kaum an dem Palast angekommen, wurden wir wieder Zeugen eines militärischen Schauspiels. Die Jungens traten schon etwas koordinierter auf, als ihre Kollegen vor dem Präsidentenpalast in Bogotá 😉 Aber wer einmal die Wachablösung an der Stalinallee vor dem „Mahnmal für die Opfer des Faschismus und Militarismus“ in Ostberlin gesehen hat mit Schellenbaum und Adler usw., ….. (Ich fand das ziemlich widersinnig, vor dem Mahnmal Militaristen aufmarschieren zu sehen)
Wachablösung vor der Moneda
Ausflug auf den Cerro San Cristobal. Leider ist die Zahnradbahn – Funicular – nicht in Betrieb…Stattdessen stand ein kostenloser Bus-Shuttle zur Verfügung, der uns auf den Hausberg hinauf brachte. Von oben bietet sich ein fantastischer Blick auf die Stadt und das Umland.
Der Hügel erhebt sich ca. 300 m über das Niveau der umgebenden Stadt.
In der Nähe des Gipfels befindet sich eine kleine Kapelle, hier hielt der Papst Joh. Paul II eine Messe vor über 350.000 Besuchern.
Die Maria wurde zum 50igsten Jahrestag der Verkündung des Dogmas von der unbefleckten Empfängnis errichtet.
Die Bergstation der Zahnradbahn (leider außer Betrieb bei unserem Besuch)
Kerzenspenden und Fürbitten
Santiago de Chile
Heute In der Frühe trafen wir nach einem ruhigen Flug in Santiago de Chile ein.
Wir werden einige Tage in Santiago verbringen, dann nach Antofagasta fliegen und vor dort aus weiter nach San Pedro de Atacama reisen.
Wieder zurück wollen wir Valparaiso und Viña del Mar besuchen.
Der heutige Tag fing schon recht vielversprechend an. Wir sind mitten im Zentrum in einem kleinen Apartment untergekommen. Im 24. Stockwerk befindet sich auf dem Dach ein Swimmingpool, von dem aus sich ein phantastischer Blick auf die City und die schneebedeckten Kordillieren bietet.

Der blaue Punkt ist der Standort unserer Unterkunft
Nach kurzer Mittagspause brachen wir zu einem ersten Rundgang auf. Ganz in der Nähe besuchten wir zuerst den Cerro Santa Lucia, ein kleiner Felsrücken mit schöner Parkanlage, der ca. 65 m über die Stadtebene hinausragt. Die folgenden Fotos stammen von dort. Beeindruckend die verglasten Fassaden der Hochhäuser, in denen sich die Umgebung spiegelt.
Anschließend fuhren wir mit der Metro nach Los Dominicos, ein Markt für Kunsthandwerk.
Der Tag war anstrengend, wir haben sehr viel zu Fuß erkundet, jede Menge Eindrücke aufgenommen und als wir diese Katze sahen, beschlossen wir irgendwo noch gut essen zu gehen und dann zurück ins Appartement.
Temporada Taurina 2012
Gestern Abend wurde die Stierkampfsaison 2012 eröffnet. Beginn 19:00 Uhr. Wir hatten uns verabredet und nahmen ein Taxi, dessen Fahrer die zu erwartenden Staus geschickt unter Ausnutzung von Fußwegen und unter Einsatz eines heißen Reifens umging (Infos zum Stierkampf).

Vor der Plaza de Torros war die Hölle los – Menschenmengen, Musik aus allen Richtungen, offene Grills mit Wurst und Fleisch am Straßenrand, Verkaufsbuden und was sonst noch alles dazugehört. Die Polizei unübersehbar in großer Anzahl vertreten.
Beim Einlass in die Arena sorgfältige Personenkontrolle. Jeder Besucher wurde nach Waffen abgetastet. Nach dem Eingang wurden kleine Lampions mit Kerzen ausgegeben. Der Sinn erschloss sich uns schnell bei Beginn der Veranstaltung. Es wird hier bereits ab ca. 18:15 Uhr dunkel und als dann schließlich die Arena-Beleuchtung ausgeschaltet wurde und die Kerzen brannten war das wirklich ein sehr beeindruckendes Bild. Hinter dem Arenarund leuchteten die Häuser und Straßenzüge auf den Bergen der Umgebung.

Zu Beginn der Veranstaltung – wie immer – unter Musikbegleitung festlicher Einzug aller Beteiligten. Kirchenvertreter mit irgendeiner Madonna vorneweg, Honoratioren, Festkomitee und Stierkämpfer samt Helfern.



Zu den Stierkämpfen selbst gibt es hier nicht viel zu sagen. Bei insgesamt 6 Stieren gab es 5 „Orejas“ (Ohren). Ein Kämpfer war ein Totalausfall, keine Dramaturgie und dann noch 3 Ansätze zum Todesstoß. Unter heftigen Missfallensäußerungen verließ dieser Torero recht schnell die Runde.
Ansonsten viel Machismo. Klassisches „Hut in den Ring werfen“, knackige Körpersprache, fast tänzerische Bewegungen, auf den Knien vor dem Stier herumrobben, den Stier tanzen lassen usw. Ein Reiter samt Pferd wurde von einem wütenden Stier umgeworfen – ein Moment Dramatik – und natürlich gab es immer einen Verlierer. Der Stier.
Die Stiere wiegen so ca. 450 – 490 kg, sind muskelbepackt und toben voller Energie durch die Runde. Mut gehört auf jeden Fall dazu sich solch einem Koloss in den Weg zu stellen.

Ach ja, die „Ohren“. Die gibt es immer dann – entweder 1 Ohr oder auch alle beide – wenn der Kämpfer eine wirklich gute, mutige, elegante Vorstellung gezeigt hat. Der Präsident der Veranstaltung richtet sich in aller Regel nach den Forderungen des Publikums, die auch recht lautstark erfolgen.


24. Dezember 2012
An Heilig Abend wurden wir zu einer Weihnachtsfeier bei Bekannten in einem nördlichen Stadtteil eingeladen. Der Abend begann um 23.00 Uhr im Kreis der Familie, mit Nachbarn und Freunden.
Auf der Fahrt durch die Stadt – wir kommen ganz aus dem Süden und müssen dann über die Panamericana nach Norden fahren – kamen wir an funkelnden Lichterfassaden, leuchtenden und glitzernden Motiven entlang der Grünstreifen und Strassenzüge vorbei. Und wie immer: brüllende Salsa-Musik an jeder Ecke.
Die ganze Stadt scheint in einen Teppich aus kunterbuntem Licht, garniert mit viel,viel Musik gehüllt. Durchaus beeindruckend.
Allerdings sieht es manch mal schon recht eigenartig aus, Menschen hinter vergitterten Eingangsbereichen bei buntem Licht und Musik fröhlich feiern zu sehen.
Eine nächtliche Fahrt durch Cali bedeutet immer: kontrollieren, ob die Auto-Türen von innen verriegelt sind, Fenster möglichst geschlossen halten, besondere Vorsicht an roten Ampeln, am besten Rot ignorieren und schnell weiterfahren und vor allem darauf zu achten, nicht in den falschen Stadtteil reinzufahren.
Wir wurden sehr herzlich empfangen und erlebten eine fröhliche Weihnachtsnacht, mit Kartoffelsalat, Fleisch, Bier, Bescherung unterm (bunten Plastikbaum) und viel Musik.
Ziemlich müde fielen wir dann um 4 Uhr morgens ins Bett.
Am Rio Pance
Ganz in der Nähe unseres Condominio fließt der Rio Pance vorbei. Klares und leicht kühles Wasser aus den Bergen. Der Fluß wird am Wochenende gerne als öffentliche Badeanstalt genutzt. Die Badenden bauen sich mit Flußsteinen kleine Stauwehre und Pools, in denen es sich herrlich liegen lässt.
Ich gehe in der Nähe häufiger mit den Hunden spazieren, denen die Erfrischung immer sehr willkommen ist.
Condominio
Wie wir leben
Wir leben in einer Wohnsiedlung, in der es insgesamt 27 Einfamilienhäuser gibt. Diese Siedlungen werden Condomino genannt. Generell sind das bewachte und mit Dornenhecken, Stacheldraht, Elektrozaun umgebene Wohneinheiten.
Der Zugang ist nur über meist streng kontrollierte Eingänge möglich. Besucher müssen sich immer an der Pforte anmelden und werden erst nach Rücksprache eingelassen, natürlich erst, nachdem die Identität überprüft wurde.
Unser Condominio zeichnet sich vor allem durch ein hohes Maß an Sicherheit aus, das ist uns wichtig und auch Geld wert! So patroullieren Tag und Nacht innerhalb und ausserhalb mit Revolvern und einer mächtigen Schrotflinte versehene aufmerksame Wachleute.
Der Vorteil ist, dass wir rund um die Uhr Fenster und Türen geöffnet lassen und ohne Angst schlafen können.
Ob das wirklich alles so notwendig ist, können wir nicht wirklich beurteilen. Jedenfalls unsere Nachbarn sind sehr vorsichtig, sogar eher ängstlich und bewegen sich (jedenfalls zu Fuß) nur auf den Straßen direkt um unser Condomino herum.
Ich gehe mit den Hunden hier häufiger andere Wege oder auch in die Hügel am Fuß der Sierra. Wege, die unsere Nachbarn nicht kennen…
Allerdings bin ich wirklich vorsichtig, wechsle die Wege regelmäßig und bemühe mich, kein Muster erkennen zu lassen. Ohne Hunde würde ich dort nicht spazieren gehen. Oskar und Bruno sind wirklich beeindruckend, wissen scheinbar was von ihnen verlangt wird und gehen auch gerne mal in „Kampfstellung“. Ich animiere die zarten Wesen allerdings dazu…
Wer sind unsere Nachbarn?
Wir wurden sehr freundlich, hilfsbereit und natürlich auch neugierig aufgenommen. Kuchen und andere Süßigkeiten werden uns häufiger mal eben so – gerade jetzt zur Weihnachtszeit – vorbeigebracht.
Das „Kulturkomitee“ organisiert häufiger Veranstaltungen, die dann hier im Condominio am Pool stattfinden. Das ist immer sehr nett, lautstark (ich hasse inzwischen Salsa-Musik ;-(( ) und mit vielen Süßigkeiten verbunden.
Ich konnte soeben noch meinen Auftritt beim Krippenspiel entweder als Joseph oder als Kind in der Kiste abwenden…..
Cali ist in sogenannte „Estratos“ unterteilt, das geht von Estrato 1 bis Estrato 6. Im Prinzip geographisch von Nord nach Süd. Von ganz, ganz arm bis ziemlich reich. Wir leben hier im Estrato 6. Natürlich gibt es dann noch das inoffizielle Estrato 0, das sind diejenigen, die auf der Strasse leben.
Je nach Estrato werden auch unterschiedliche Gebühren von der Müllabfuhr bis zum Strom und Telefon erhoben. Unsere Nachbarn sind also reich, sehr reich. 3 oder auch 4 KFZ und das eine oder andere Spielzeug wie z.B. ein Quad gehören hier dazu. Die Kinder gehen selbstverständlich auf die teuersten Schulen – gute Schulen kosten monatlich viel Geld, das können dann auch mal 1000 € sein – oder die besten Universitäten.
Hier leben Rechtsanwälte – übrigens für so manche junge Leute ein Traumberuf, da die immer Geld verdienen und gute Möglichkeiten zur Korruption haben – Mediziner, Militärs im Ruhestand oder auch aktive, Ingenieure, Versicherungsleute und Mitarbeiter von Sicherheitsunternehmen.
Wie das Geld tatsächlich verdient wird, das können wir natürlich nicht einschätzen. Bekannte aus Cali sind sich sicher, dass das auf ehrliche Art schwer möglich ist.
Aus meiner Sicht ist jedenfalls klar, dass die Armut der Vielen den Reichtum der Wenigen produziert!
Die Unterschiede in den Lebens- und Zukunftschancen sind wirklich krass. Es gibt hier – offiziell – einen Mindestlohn monatlich von 550.000 COP, das sind ca. 250 €. Dafür wird dann an 6 Tagen in der Woche jeweils 10 Stunden gearbeitet. Für eine Tankfüllung geben wir mal eben 160.000 COP, 70 €, aus.
Hier ist klar: die soziale Herkunft bestimmt die Lebenschancen. Kurz gesagt: der Dümmste mit „Familie“ fällt immer weich und hat einen guten Job, der Klügste aus Estrato 1 wird nie eine Chance haben!
Übrigens: die deutsche Schule kennt keine Stipendien, es wird kein (kluges) Kind aus der ärmsten Schicht über diese Schule eine Ausbildung erhalten.
Vorsicht, jetzt kommt Ideologie: die Schule – wie auch die anderen Auslandsschulen – trägt zur Stabilisierung der existierenden Herrschaftsverhältnisse bei!
(Leseempfehlung) www.alliteratus.com
Was uns schwer fällt
Lärm ertragen müssen!!! Besonders schlimm sind die Wochenenden. Das Leben findet anders als wir das von zu Hause gewohnt sind, im Freien statt. Oft sind es wunderschöne Abende, in der Hängematte schaukeln und lesen. Einzig die Zykaden lärmen.
Leider gibt es auch hier Musikanlagen und die werden hemmungslos und rūcksichtslos aufgedreht. Ziemlich asozial.
Wie oben schon gesagt, Salsa ist, besonders wenn als Zwangsbeschallung eingesetzt, grausam. Ich spiele hin und wieder mit dem Gedanken die schwarzbraune Haselnuss von Heino als Gegenmittel einzusetzen….
Alternativ hat Cora verschiedene Male die Polizei angerufen, meist zwecklos. Die Polizei hat in einem Condominio – außer bei einem Gewaltverbrechen – nichts zu suchen. Ist ja schließlich Privatbesitz.
Selbst von Kolumbianern, die Deutschland besucht haben, hören wir, dass ihnen vor allem die Ruhe bei uns aufgefallen ist.
Lebensäußerungen sind hier generell laut.
Wir sind inzwischen so sehr genervt, dass wir uns nach einer anderen Wohngegend umsehen, falls wir denn eine ruhigere finden…..
Der Eingang zu unserem Condominio mit weihnachtlichem Schmuck
Vorsicht! Strom
Spazierweg in der Nähe unseres Condominio
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