Eindrücke zu Teheran

Teheran ist riesig, ein Moloch mit vielleicht 12 Millionen Einwohnern, einem völlig wahnsinnigen Verkehrsaufkommen und mit entsprechend schlechter, sehr schlechter Luft.

Teheran
Smog in Teheran

Die Luft ist so schlecht, der Smog so stark, dass meist eine bedrückende, gelbliche Dunstschicht über der Stadt liegt. Der Wahnsinn ist: im Auto läßt es sich eigentlich nur mit eingeschalteter Klimaanlage ertragen.

Teheran
Wahnsinns-Verkehrsaufkommen

Die KFZ verfügen offensichtlich über keinerlei Abgasreinigung, selbst wenn, bei dem irrwitzigen Verkehrsaufkommen ist das wahrscheinlich eh egal…..

Wer Argumente gegen Verbrennungsmotoren sucht, dem empfehle ich einen Spaziergang in Teheran City Center.

Ich habe abends meine Kleidung nicht in meinem Zimmer aufgehängt, da sie dermaßen nach Abgasen stank.

So, jetzt schnell einmal tief durchatmen (vielleicht vor dem Dammtor-Bahnhof – im Vergleich zu Teh ein anerkannter Luftkurort) und dann kann ich von den spannenden und schönen Seiten der Stadt berichten.

Zunächst einmal: die Menschen sind freundlich, hilfsbereit und aufgeschlossen, wie ich es eigentlich immer und überall auf meiner Reise im Iran erlebt habe.

Die Snapp-Fahrer bestehen darauf, korrektes Wechselgeld zurückzugeben. Es ist (fast) kein Problem einen Stapel Geldscheine hinzugeben und es wird garantiert richtig abgerechnet. Als Deutscher ist man ohnehin auf der besseren Seite. Unser Land wird bewundert, die Deutschen werden bewundert, die deutschen Produkte sind die großartigsten, wir werden wieder Weltmeister, Klopp und Löw sind super, usw., usw.

Unser Bildungssystem, die duale Ausbildung: best of world.

Dann gibt es natürlich großartige Museen, phantastische Parkanlagen, hübsche Kaffees, gemütliche Restaurants, einen riesigen Basar, in dem allein man vermutlich Tage zubringen könnte.

Und dann ist da noch die Tabiat-Brücke.

Tabiat-Brücke
Tabiat-Brücke

Diese Brücke erstreckt sich über ein Tal, in dem der Verkehrswahnsinn tobt. Rundum ist die Brücke von wunderbaren Parkanlagen umgeben.

Und dann ist da noch der Milad-Tower.

Teheran Milad Tower

Teheran Milad Tower 2Teheran Milad Tower 3Teheran Milad Tower 4Teheran Milad Tower1

Das Iranische Nationalmuseum (Iran Bastan Museum) ist absolut sehenswert!!! (Hier ein Link zu einer Bildergalerie des Nationalmuseums)

Fotos

Gorgan

Fotos bei flickr

Warum nach Gorgan fahren? Eigentlich ein relativ unbedeutender Ort, der in einschlägigen Reiseführern kaum Erwähnung findet.

Gonbad Qabus

Dennoch gibt es in der Umgebung einiges Sehenswertes, z. B. den Turm Gonbad e Qabus.

Badab-Surt

Dann sind einige Fahrstunden entfernt, im Elburs-Gebirge südlich von Sari, die Sinterterassen von Badab-Surt zu bewundern. Google Maps

Und vor allem, das war mein hauptsächlicher Beweggrund Gorgan zu besuchen, die „Große Mauer von Gorgan“.

Tower of Gorgan
Der „Tower“ von Gorgan
Cowboy nördlich von Gorgan, in der Steppe am Kaspischen Meer
Cowboy nördlich von Gorgan, in der Steppe am Kaspischen Meer
Schlammvulkan
Schlammvulkan bei Gorgan
Mauer von Gorgan
Zitadelle an der Mauer von Gorgan
Mahdie und Mobina
Ohne Titel
Hirte bei den Sinterterrassen

Ohne Titel

Ohne Titel

 

Ohne Titel
Die Sinterterrassen bei Badab Soort

 

Tabas – Süd Chorasan, Iran

Fotos

Ich hatte mir vorgenommen nach Tabas zu fahren, obwohl der Ort in den einschlägigen Reiseführern wie Lonely Planet noch nicht einmal erwähnt wird.

Warum? Zunächst einmal reizen mich Wüsten. An keinem Ort sieht man so deutlich den Unterschied zwischen lebensfeindlicher Welt, Wüste, und Leben, Paradies, so deutlich wie in der Wüste. Soeben noch ist da die brennende Hitze, der heiße Atem des Wüstenwinds, dann gibt es etwas Wasser, schon (oft wie mit dem Lineal gezeichnet) ist dort Grün, sind dort Schatten spendende Sträucher oder Bäume, der Wind kühlt auf einmal und Vögel singen.

Diesen Gegensatz finde ich faszinierend; und wenn man sich dann noch im Iran befindet wo der Begriff Paradies seinen Ursprung hat und wo die Park- und Gartenkultur ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Selbstverständnisses ist, dann muss ich einfach in die Wüste fahren, um eben genau dies zu erleben.

Ein wenig Internet-Recherche bei der Vorbereitung der Reise und mir war klar, es gibt dort einen Canyon und heiße Quellen die ich unbedingt sehen muss.

Und es hat sich gelohnt.

Noch etwas Interessantes gibt es in der Nähe von Tabas zu sehen:

Die Reste des amerikanischen Versuchs der Geiselbefreiung „Eagle Claw„.

Ein merkwürdiger Ort. Einerseits mit Stacheldraht weiträumig umzäunt, andererseits gelangt man eben doch recht leicht auf das Gelände, kann dort problemlos herumspazieren, anfassen und fotografieren. Ich habe Iraner beobachtet wie sie herumliegende Metallteile durch die Gegend und in einen Flugzeugrumpf hineinwarfen. Irgendwie wurde ich auch den Eindruck nicht los, dass bei dieser Zurschaustellung sehr viel Inszenierung dabei ist. Die Helikopterrümpfe sahen frisch gestrichen und irgendwie arrangiert aus.

Dann habe ich noch Wüste erlebt so wie wir sie uns üblicherweise vorstellen: gewellte Sanddünen, an deren Kämmen der Wind Sandfahnen abreißt.

Bei der Abfahrt mit der Bahn von Tabas nach Mashad gab es im Bahnhof von Tabas noch eine wunderbare Musikvorstellung im Büro der Bahnhofspolizei.

Musik, wie sie auf der Polizeiwache im Bahnhof Tabas live gespielt wurde

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Musik-Video

Isfahan – II

Fotos

Wenn ich sagen würde Isfahan ist das bisherige Highlight meiner Reise, dann geschähe Yazd ein Unrecht und vor allem Shiraz. Eigentlich kann und mag ich mich nicht entscheiden – muss das überhaupt sein, alle drei genannten Städte sind so oder so auf jeden Fall eine Reise wert? – aber dennoch liegt Isfahan auf meiner Rangliste ganz vorne.

Das ist vermutlich der wirklich beeindruckenden Gesamtkomposition geschuldet, es ist einfach von allem immer etwas Großartiges vorhanden: die zauberhaften, gepflegten, bunten, duftenden, blühenden Park- und Gartenanlagen zu beiden Seiten entlang des Flusses Zayandeh. In ihnen zu flanieren, sich einfach irgendwo hinzusetzen, den betörenden Duft der Blumen zu genießen, die Menschen zu betrachten, die gleichfalls entspannt und genießend schlendern oder einfach zwischen blühenden Sträuchern und den zahlreichen Blumenbeeten liegen, ist vielleicht das Zauberhafteste was diese Stadt zu bieten hat. Wenn dann noch die untergehende Sonne ihr warmes Licht über alles das legt und dann noch unter den Brückenbögen Gesang ertönt, ja dann könnte man wahrscheinlich einfach sitzenbleiben und still sein.

Und die Basare mit ihren Kunsthandwerkern, die eine die Augen blendende Pracht verstrahlen. Eigentlich meint man doch alles schon gesehen zu haben, um dann doch immer wieder stehenzubleiben, ein bislang noch nicht entdecktes Detail zu bewundern, noch einen Tee oder Café zu trinken, den zurückhaltenden Händlern zuzusehen, oder die Handwerker bei ihrer Arbeit zu bewundern.

Wie selbstverständlich wird man eingeladen bei der Arbeit zuzusehen.