Ausflug nach Barranquilla

Gestern unternahmen wir einen Ausflug nach Barranquilla, an der Küste nördlich von Cartagena gelegen.
Wir besuchten dort eine Kollegin von Cora, die an der dortigen Deutschen Schule unterrichtet.

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So weit wir das sehen konnten ist Barranquilla eine gesichtslose Stadt, in der viel gebaut wird. Riesige Einkaufszentren und zahlreiche Hochhausanlagen prägen das Bild.
Nach einer kurzen Besichtigung der Schule – hochmodern und bestens ausgestattet – fuhren wir an den Strand nach Pradomar.
Abends ging es dann mit einem „Puerta a Puerta“ Service wieder zurück nach Cartagena. Fahrtzeit ca. 1,5 Stunden. Bei diesem Service handelt es sich um eine Art Sammeltaxi, das dann abfährt wenn es voll besetzt ist. Da meldet man sich telefonisch an und wird dann vor der Haustür abgeholt. Kosten in unserem Fall je Person, einfache Fahrt 30.000 COP, ca. 13 €.

Reise nach Cartagena de las Indias

Rundblick vom Monasterio de Popa

Panoramafoto vom Monasterio de Popa

Cartagena de Las Indias

Die älteste, ehemals größte und wichtigste Hafenstadt des spanischen Kolonialreiches im Norden Südamerikas. Hier wurden die Reichtümer Südamerikas zusammengetragen, vor allem Gold und Silber, bevor sie dann über den Atlantik nach Spanien gebracht wurden.
Neben Gold und Silber florierte hier der Menschenhandel. Mit Sklaven aus Afrika wurde hier viel Geld verdient.
Die Inquisition war natürlich in Cartagena ebenfalls vertreten, von ihren Mitteln zur Wahrheitsfindung kann man sich in einem zentralen Gebäude in der Innenstadt immer noch überzeugen lassen. So „schöne“ Dinge wie Garotten, Streckbänke, Daumenschrauben und ähnliches sind hier ausgestellt und nehmen einen wesentlichen Teil der Ausstellungsräume ein.
Das aufgehäufte Gold im Überfluss lockte auch Sir Francis Drake an, ein Marodeur im Namen der englischen Krone, der hier einen erfolgreichen Raid landete.

Am Ostersonntag flogen wir frühmorgens um 6.00 h von Cali nach Cartagena an der Karibikküste.
Stadtplan
Der Flug verlief inklusive einem kurzen Zwischenstopp und Umsteigen in Medellin problemlos.
Beim Anflug auf Cartagena sahen wir eine beeindruckende Hochhaus Skyline auf einer Halbinsel südlich des alten Stadtkerns.
Dort irgendwo haben wir unsere Hotelunterkunft gebucht.
Flugreisen sind in und von Kolumbien aus deutlich teurer als in Europa, so dass wir hier immer sehr frühzeitig nach günstigeren Preisen und/oder Paketangeboten Ausschau halten müssen. Für diesen Aufenthalt sind wir mit dem Hilton-Hotel fündig geworden. Ein Hotel in der Altstadt – obwohl vermutlich stilvoller – kam für uns wegen des befürchteten Lärmpegels nicht in Frage.

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Kaum angekommen mussten wir natürlich sofort ins Wasser. Sandstrand, schöne Wellen, sehr salziges Wasser. Wunderbar!
Am Strand ist es sehr heiß, aber Dank des angenehmen Meerwindes (noch) auszuhalten. Hautkrebssuchende schaffen es natürlich ohne Probleme in der Sonne zu brutzeln. Wir gehören nicht dazu, deshalb machten wir uns nach dem Wellengenuß auf in die Altstadt.
Erster Eindruck:
Sehr schöne, gepflegte, koloniale Gassen. Typische spanische Balkone, schattige Plazas, viel Ambiente, wirklich sehenswert.
Fotos gibt es hier.

Die Bilder täuschen: das Klima ist mörderisch!!! Eine unglaubliche Hitze, noch viel heißer und anstrengender als in Cali. Vor allem wegen der hohen Luftfeuchtigkeit. Eigentlich lässt es sich nur vormittags und am Abend einigermaßen aushalten. Dann verschafft die Meeresbrise etwas Erleichterung.

Video hier.

Eine unserer Stadtrundfahrten, zu Fuß und/oder mit dem Taxi seht ihr hier.

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Drogenvilla 1

In unserer Nachbarschaft komme ich bei meinen Spaziergängen regelmäßig an zwei leerstehenden, riesigen Betonburgen vorbei. Obwohl leerstehend haben sie Bewohner gefunden.
Inzwischen habe ich herausgefunden, dass diese Villen zu Hochzeiten der Drogenherrschaft errichtet wurden. Die Barone wurden dann allerdings noch während der Bauphase verhaftet.

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Regenzeit….

Seit einigen Tagen regnet es nicht nur nachts heftig, der Regen hält auch für viele Stunden während des Tages an.
Die nächtlichen schweren Gewitter sind wirklich Furcht einflößend. Teilweise hat es den Anschein, als ob sich die Gewitter ganz dicht über unserem Hausdach entladen würden. Wir ziehen sämtliche Stromstecker im Haus…

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Zum Vergleich:

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21 March, 2013 06:42

Regenzeit!

So hört es sich vor unserer Haustür an!

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Heute Nacht gingen schwere Gewitterregen über Cali nieder. Der ansonsten niedliche Gebirgsbach Rio Pance ist zu einem reißenden Strom geworden.

Habe mich soeben selbst davon überzeugt, nachdem ich während der morgendlichen „Hunderunde“ ein dumpfes Grollen vom Fluß her vernahm. Hatte leider wegen des Starkregens mein Handy für Fotoaufnahmen nicht dabei.

Baumstämme, jede Menge Unrat und auch Teil eines Hausdaches konnte ich im Fluß treibend erkennen.

Sei einigen Tagen schon gehen hier in der Gegend schwere Regenfälle nieder, die bereits einige Siedlungen in Mitleidenschaft gezogen haben.

Übrigens:

Gestern stand in der Zeitung ein längerer Artikel über die Zustände in hiesigen Gefängnissen. Schaut euch mal dieses Bild an:

Ausflug nach San Cipriano

Vor einiger Zeit unternahmen wir einen Ausflug nach San Cipriano, auf der anderen Seite der Westanden kurz vor dem Hafen Buenaventura.

Die Route könnt ihr in Google-Earth hier (kmz) sehen. Oder hier (kml)

Fotos gibt es hier.

Video hier, leider ohne Sound.

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Infos aus Cali

Gestern Abend fand an der deutschen Schule eine Veranstaltung mit dem neuen deutschen Botschafter in Kolumbien statt. Das Programm der Veranstaltung findet ihr hier:

Besuch des neuen deutschen Botschafters in Cali

Der Abend verlief, wie solche Abende wohl verlaufen müssen.

Nacheinander etliche mehr oder weniger langweilige bis belanglose Reden in üblicher Manier: wir freuen uns, großartige Gelegenheit die Stadt und die Menschen kennenzulernen, wir haben uns alle lieb, tolle Zukunftschancen, usw., usw…………

Unter anderem wurde auch auf den 50. Jahrestag des Élysée-Vertrags hingewiesen. Neu war für mich, dass dieser Vertrag als Vorbild für die Lösung der aktuellen kolumbianischen Probleme dienen kann, so zumindest die Meinung des Botschafters.

Wenn er da mal nicht grob daneben liegt. Im übrigen sind Vergleiche in der Geschichte immer mit Vorsicht anzuwenden.

Was gibt es aus der Veranstaltung noch zu berichten?

Die Musik war natürlich, wie immer, viel zu laut. Volle Dröhnung in den gesamten Saal hinein aus von der Decke hängenden basslastigen Lautsprechern. Musik muss (!) offensichtlich laut sein. Und wenn dann noch der Bauch mitwummert, dann ist es gerade gut genug.

Wenn sich jemand beschwert, dann streiche ich den nachfolgenden Absatz.

Bei einem Veranstaltungspunkt hatte ich kurz die Vorstellung, dass es so wahrscheinlich in einem thailändischen Pädophilen-Club zugehen muss. Ein Mädchen, ein Kind, etwa 9-10 Jahre alt, mit wirklich akrobatisch großem Können, führte (oder musste vorführen?) einen mehr als sexistisch, lasziv angehauchten Tanz zu entsprechender Musik auf. Mich jedenfalls hat das sehr befremdet. Die nachfolgende Tanzgruppe , Tänzerinnen im gleichen Alter, brachten eine ähnliche Darbietung.
In diesem Zusammenhang muss ich noch erwähnen, dass es aus Anlass eines Schulfestes im vergangenen Jahr als ersten Preis einer Tombola eine Brustvergrößerung zu gewinnen gab…., gespendet von der Elternschaft.

Zum Schluss gab es natürlich Häppchen und Wein.

Neuigkeiten aus Cali – Erdbeben am Samstag – Gewalttaten

Am Samstagvormittag gab es hier einen Erdstoß der Stärke 6,9 (Richter-Skala). Vormittags um 9:16 h bebte die Erde.

Zu dem Zeitpunkt kam ich gerade von der morgendlichen „Hunderunde“ zurück, als ich in unserem Condominio aufgeregte Menschen aus den Häusern eilen und sich auf der Straße versammeln sah. Einige inspizierten sorgsam den Asphalt, so als ob sie befürchteten, dass sich die Straße öffnete.

Von dem Erdstoß hatte ich nichts mitbekommen; Cora ebenfalls nicht, sie war in den Computer vertieft…

Heute an der Uni konnte ich als Folge dieses Erdstoßes einige Risse und abgebrochenen Wandputz sehen. Hier in Cali gibt es offensichtlich nur sehr geringe Schäden. Nach Presseberichten gab es in der Region 15 Verletzte und ca. 1.800 beschädigte Häuser.

Grundsätzlich ist ein Erdstoß – hier wird zwischen „Temblor“, Erdstoß und „Terremoto“, Erdbeben unterschieden – nichts Ungewöhnliches, eigentlich ist die Erde hier regelmäßig in Bewegung. Allerdings sind die meisten Erdstöße so schwach, dass man sie nur sehr selten spürt.

Video Fotos

Schlimmer als das Erdbeben ist allerdings die alltägliche Gewalt. Seit jetzt etwas mehr als zwei Wochen ist eine Verschärfung der Sicherheitssituation im öffentlichen Straßenbild wahrzunehmen. Es finden immer häufiger Kontrollen durch schwer bewaffnetes Militär statt, zusätzlich zu den regelmäßigen Polizeikontrollen. An vielen Straßenkreuzungen ist Militär zu sehen, manchmal ganz offensichtlich mehrere Doppelposten direkt an den Kreuzungen, manchmal zusätzlich Soldaten in Hauseingängen in der Nähe der Kreuzungen. Irgendwie ist eine zunehmende Verspannung zu erkennen.

Die Guerillabewegung FARC hat für eine Region im Nordwesten Straßensperren angekündigt und die Bevölkerung aufgefordert diese Straßen nicht zu benutzen. Das Departement Chocó ist grundsätzlich eine unsichere Region. Im Moment scheint es kompliziert zu sein, die Straßen vom Landesinneren an die Küste zu benutzen. Wer unbedingt dorthin in Urlaub fahren will, um z.B. Wale zu beobachten, der nimmt von Medellin aus einen Flieger – sofern Geld vorhanden. Alle anderen lassen es lieber.

Das ist das grundsätzliche Elend in diesem Land: Es gibt so wunderbare Landschaften, eine großartige Vielfalt der Natur, liebenswerte Menschen. Nur leider sehr schlecht – unter Inkaufnahme von Sicherheitsrisiken – oder überhaupt nicht zu bereisen.

Die Verschärfung der Lage im Chocó hat vermutlich etwas mit den „Friedensverhandlungen“ in Havanna zu tun. Die erste Gesprächsrunde wurde kürzlich beendet, wie es scheint ohne wirklich greifbare Ergebnisse. Die FARC hat u.a. eine Legalisierung des Drogenanbaus gefordert. Die Regierung hat abgelehnt.

Auseinandersetzungen zwischen kriminellen Banden, die um ihren wirtschaftlichen Einfluss kämpfen, sind leider Alltagsgeschehen, höchstens kleinere Notizen in den Zeitungen wert. So wurden erst kürzlich 5 verweste Leichen von Männern afroamerikanischer Herkunft (negros) gefunden. Ende Januar wurden weitere 4 Leichen gefunden, offensichtlich ebenfalls Opfer von Bandenauseinandersetzungen.

Zwei deutsche Rentner im Norden Kolumbiens entführt

Vielleicht habt ihr es schon im Spiegel oder anderswo gelesen:

Offensichtlich sind bereits seit längerer Zeit zwei Deutsche in der Hand der ELN, einer Guerillagruppe, die im Norden Kolumbiens an der Grenze zu Venezuela tätig ist. Hier der Bericht der ELN zur Entführung der beiden Deutschen.
Aktuelle Info vom 12.2.2013
Für diese Grenzregion wird eine ausdrückliche Warnung vom AA ausgesprochen.

Die Wochenzeitung „Semana“ hat ein Video veröffentlicht. Der Hintergrund der Angelegenheit ist ziemlich unklar. Der Vorwurf der Spionage scheint absurd.

Bei den beiden Entführten handelt es sich um zwei deutsche Renter, 69 und 72 Jahre alt, die mit ihrem Geländewagen auf einer Urlaubsreise in Richtung Mittelamerika unterwegs sind.

Ich persönlich halte das für eine ziemlich blödsinnige Idee zu dieser Zeit mit dem Auto über den Norden Kolumbiens nach Venezuela einreisen zu wollen. Abgesehen davon, dass dies ein absolutes Guerillagebiet ist (die Staatsmacht ist dort wenn überhaupt, nur sehr schwach präsent) herrscht in Venezuela mehr oder weniger Bürgerkrieg; zumindest ist die Lage dort äußerst angespannt und steht kurz vor einer Explosion.

Es gibt dort derzeit Schwierigkeiten in der Versorgung der Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln, Medikamenten und Toilettenpapier.

Interessant ist, dass derzeit „Friedensverhandlungen“ zwischen der FARC und der Regierung in Havanna, Kuba, stattfinden. Die ELN sitzt nicht mit am Tisch…..Vielleicht geht es hier um ein Faustpfand um Verhandlungsteilnahme zu erzwingen, oder schlichtweg um Wichtigtuerei???