Ausflug nach San Cipriano

Vor einiger Zeit unternahmen wir einen Ausflug nach San Cipriano, auf der anderen Seite der Westanden kurz vor dem Hafen Buenaventura.

Die Route könnt ihr in Google-Earth hier (kmz) sehen. Oder hier (kml)

Fotos gibt es hier.

Video hier, leider ohne Sound.

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Infos aus Cali

Gestern Abend fand an der deutschen Schule eine Veranstaltung mit dem neuen deutschen Botschafter in Kolumbien statt. Das Programm der Veranstaltung findet ihr hier:

Besuch des neuen deutschen Botschafters in Cali

Der Abend verlief, wie solche Abende wohl verlaufen müssen.

Nacheinander etliche mehr oder weniger langweilige bis belanglose Reden in üblicher Manier: wir freuen uns, großartige Gelegenheit die Stadt und die Menschen kennenzulernen, wir haben uns alle lieb, tolle Zukunftschancen, usw., usw…………

Unter anderem wurde auch auf den 50. Jahrestag des Élysée-Vertrags hingewiesen. Neu war für mich, dass dieser Vertrag als Vorbild für die Lösung der aktuellen kolumbianischen Probleme dienen kann, so zumindest die Meinung des Botschafters.

Wenn er da mal nicht grob daneben liegt. Im übrigen sind Vergleiche in der Geschichte immer mit Vorsicht anzuwenden.

Was gibt es aus der Veranstaltung noch zu berichten?

Die Musik war natürlich, wie immer, viel zu laut. Volle Dröhnung in den gesamten Saal hinein aus von der Decke hängenden basslastigen Lautsprechern. Musik muss (!) offensichtlich laut sein. Und wenn dann noch der Bauch mitwummert, dann ist es gerade gut genug.

Wenn sich jemand beschwert, dann streiche ich den nachfolgenden Absatz.

Bei einem Veranstaltungspunkt hatte ich kurz die Vorstellung, dass es so wahrscheinlich in einem thailändischen Pädophilen-Club zugehen muss. Ein Mädchen, ein Kind, etwa 9-10 Jahre alt, mit wirklich akrobatisch großem Können, führte (oder musste vorführen?) einen mehr als sexistisch, lasziv angehauchten Tanz zu entsprechender Musik auf. Mich jedenfalls hat das sehr befremdet. Die nachfolgende Tanzgruppe , Tänzerinnen im gleichen Alter, brachten eine ähnliche Darbietung.
In diesem Zusammenhang muss ich noch erwähnen, dass es aus Anlass eines Schulfestes im vergangenen Jahr als ersten Preis einer Tombola eine Brustvergrößerung zu gewinnen gab…., gespendet von der Elternschaft.

Zum Schluss gab es natürlich Häppchen und Wein.

Neuigkeiten aus Cali – Erdbeben am Samstag – Gewalttaten

Am Samstagvormittag gab es hier einen Erdstoß der Stärke 6,9 (Richter-Skala). Vormittags um 9:16 h bebte die Erde.

Zu dem Zeitpunkt kam ich gerade von der morgendlichen „Hunderunde“ zurück, als ich in unserem Condominio aufgeregte Menschen aus den Häusern eilen und sich auf der Straße versammeln sah. Einige inspizierten sorgsam den Asphalt, so als ob sie befürchteten, dass sich die Straße öffnete.

Von dem Erdstoß hatte ich nichts mitbekommen; Cora ebenfalls nicht, sie war in den Computer vertieft…

Heute an der Uni konnte ich als Folge dieses Erdstoßes einige Risse und abgebrochenen Wandputz sehen. Hier in Cali gibt es offensichtlich nur sehr geringe Schäden. Nach Presseberichten gab es in der Region 15 Verletzte und ca. 1.800 beschädigte Häuser.

Grundsätzlich ist ein Erdstoß – hier wird zwischen „Temblor“, Erdstoß und „Terremoto“, Erdbeben unterschieden – nichts Ungewöhnliches, eigentlich ist die Erde hier regelmäßig in Bewegung. Allerdings sind die meisten Erdstöße so schwach, dass man sie nur sehr selten spürt.

Video Fotos

Schlimmer als das Erdbeben ist allerdings die alltägliche Gewalt. Seit jetzt etwas mehr als zwei Wochen ist eine Verschärfung der Sicherheitssituation im öffentlichen Straßenbild wahrzunehmen. Es finden immer häufiger Kontrollen durch schwer bewaffnetes Militär statt, zusätzlich zu den regelmäßigen Polizeikontrollen. An vielen Straßenkreuzungen ist Militär zu sehen, manchmal ganz offensichtlich mehrere Doppelposten direkt an den Kreuzungen, manchmal zusätzlich Soldaten in Hauseingängen in der Nähe der Kreuzungen. Irgendwie ist eine zunehmende Verspannung zu erkennen.

Die Guerillabewegung FARC hat für eine Region im Nordwesten Straßensperren angekündigt und die Bevölkerung aufgefordert diese Straßen nicht zu benutzen. Das Departement Chocó ist grundsätzlich eine unsichere Region. Im Moment scheint es kompliziert zu sein, die Straßen vom Landesinneren an die Küste zu benutzen. Wer unbedingt dorthin in Urlaub fahren will, um z.B. Wale zu beobachten, der nimmt von Medellin aus einen Flieger – sofern Geld vorhanden. Alle anderen lassen es lieber.

Das ist das grundsätzliche Elend in diesem Land: Es gibt so wunderbare Landschaften, eine großartige Vielfalt der Natur, liebenswerte Menschen. Nur leider sehr schlecht – unter Inkaufnahme von Sicherheitsrisiken – oder überhaupt nicht zu bereisen.

Die Verschärfung der Lage im Chocó hat vermutlich etwas mit den „Friedensverhandlungen“ in Havanna zu tun. Die erste Gesprächsrunde wurde kürzlich beendet, wie es scheint ohne wirklich greifbare Ergebnisse. Die FARC hat u.a. eine Legalisierung des Drogenanbaus gefordert. Die Regierung hat abgelehnt.

Auseinandersetzungen zwischen kriminellen Banden, die um ihren wirtschaftlichen Einfluss kämpfen, sind leider Alltagsgeschehen, höchstens kleinere Notizen in den Zeitungen wert. So wurden erst kürzlich 5 verweste Leichen von Männern afroamerikanischer Herkunft (negros) gefunden. Ende Januar wurden weitere 4 Leichen gefunden, offensichtlich ebenfalls Opfer von Bandenauseinandersetzungen.

Zwei deutsche Rentner im Norden Kolumbiens entführt

Vielleicht habt ihr es schon im Spiegel oder anderswo gelesen:

Offensichtlich sind bereits seit längerer Zeit zwei Deutsche in der Hand der ELN, einer Guerillagruppe, die im Norden Kolumbiens an der Grenze zu Venezuela tätig ist. Hier der Bericht der ELN zur Entführung der beiden Deutschen.
Aktuelle Info vom 12.2.2013
Für diese Grenzregion wird eine ausdrückliche Warnung vom AA ausgesprochen.

Die Wochenzeitung „Semana“ hat ein Video veröffentlicht. Der Hintergrund der Angelegenheit ist ziemlich unklar. Der Vorwurf der Spionage scheint absurd.

Bei den beiden Entführten handelt es sich um zwei deutsche Renter, 69 und 72 Jahre alt, die mit ihrem Geländewagen auf einer Urlaubsreise in Richtung Mittelamerika unterwegs sind.

Ich persönlich halte das für eine ziemlich blödsinnige Idee zu dieser Zeit mit dem Auto über den Norden Kolumbiens nach Venezuela einreisen zu wollen. Abgesehen davon, dass dies ein absolutes Guerillagebiet ist (die Staatsmacht ist dort wenn überhaupt, nur sehr schwach präsent) herrscht in Venezuela mehr oder weniger Bürgerkrieg; zumindest ist die Lage dort äußerst angespannt und steht kurz vor einer Explosion.

Es gibt dort derzeit Schwierigkeiten in der Versorgung der Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln, Medikamenten und Toilettenpapier.

Interessant ist, dass derzeit „Friedensverhandlungen“ zwischen der FARC und der Regierung in Havanna, Kuba, stattfinden. Die ELN sitzt nicht mit am Tisch…..Vielleicht geht es hier um ein Faustpfand um Verhandlungsteilnahme zu erzwingen, oder schlichtweg um Wichtigtuerei???

Regenzeit in Cali

Video

Seit gestern regnet es endlich mal länger andauernd und sehr kräftig, so dass die Morgenstunden sogar etwas Erfrischung mit leichtem, angenehmem Wind bieten. Oft wird der Regen begleitet von sehr heftigen Gewittern mit großartigen Blitzen.

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Spätestens ab 10 h oder 11 h ist es dann wieder heiß und schwül. Der Regen zeitigt im Straßenverkehr in etwa ähnliche Folgen wie die erste hauchdünne Schneedecke in Hamburg. Stau, Stau, Stau, noch mehr Stau als ohnehin schon!

Zum Straßenverkehr hier noch einige Anmerkungen:

Cali ist wahrscheinlich die Stadt in Südamerika oder der Welt mit der größten Tempo 30 Zone. Wirklich sehr beeindruckend! Die Straßen sind gepflastert mit entsprechenden Schildern. Naive Gemüter – zumal wenn sie aus Deutschland kommen und an die Einhaltung von Regeln und deren Sinnhaftigkeit glauben – könnten sich hier in einem Fußgängerparadies wähnen.

Das ist natürlich alles Blödsinn. Das Geschäftsmodell „Straßenschilder verkaufen“ mit Tempo 30 hat hier wirklich gut funktioniert. Das ist aber auch alles. In Wirklichkeit interessiert das keine Sau!

Hier wird eben gefahren wie es gerade passt, Vollgas wo geht, ansonsten Standverkehr und abwarten….

Noch eins:

Ganz beliebt ist hier die „Rote Welle“, ja tatsächlich, eine grüne Welle ist hier völlig unbekannt!!! Da es an manchen Straßenzügen viele Ampeln direkt hintereinander gibt, ist das natürlich ein phantastisches Umweltvergnügen, vor allem, da es hier unendlich viele Zweitaktmopeds gibt, mit herrlichen blauen Abgasfahnen.

Wer sich an die Zonenzeit und die Plastikbomber in Ostberlin erinnert, der versteht wovon ich schreibe – nur dass Ostberlin verglichen mit Cali der reinste Luftkurort war.

Vor kurzem wurde an einigen Kreuzungen über den Ampeln eine Art Countdown-Zähler bis Rot, bzw. Grün eingeführt. Das hätte fast dazu geführt, dass ich einem vorausfahrenden KFZ am Hinterteil mindestens eine heftige Beule verpasst hätte. Wer rechnet schon damit, dass dort irgendein Idiot bei Grün (!) bremst….

Damit muss man hier allerdings rechnen, weil, es wird ja gleich Rot. Da kann man schon mal bei Grün kräftig auf die Bremse treten.

Grundsätzlich gilt hier beim Autofahren: traue nie dem Augenschein, rechne jederzeit mit jeder möglichen oder unmöglichen Verhaltensweise! Den Blinker betätigen bedeutet nichts, aber auch wirklich gar nichts! Könnte sein, dass damit tatsächlich irgendeine Abbiegeabsicht angezeigt werden soll, muss aber nicht. Schön ist auch: links blinken und dann rechts abbiegen oder umgekehrt. So ein Blinklicht sieht ja auch irgendwie nett aus! Da ja ohnehin jeder hier weis, dass das nichts zu bedeuten hat, werden dann eben die Arme rausgestreckt. Damit muss aber auch nicht unbedingt eine Absicht verbunden sein. Vielleicht will der Fahrer auch nur mal die Hand kühlen…..

Fahrspuren sind ohnehin Blödsinn. Am besten man fährt mittig auf zweien, dann hat man wenigstens die Wahl wohin es vielleicht gehen könnte….

Sehr elegant ist auch – und vor allem für den ungebremsten Verkehrsfluss wirklich hilfreich – gaaaanz, ganz rechts außen zu fahren, um dann plötzlich an (!) der Kreuzung quer vor dem oder besser durch den Verkehr nach links abzubiegen. Der Einfall, abbiegen zu müssen, kommt sowieso für jeden Fahrer überraschend.

Für Abwechslung ist hier jedenfalls gesorgt.

Leben ohne Internet

Seit heute haben wir nach fast 10 Tagen endlich wieder Zugang zum Internet!!!
Am Montag und Dienstag vergangener Woche hatten wir in unserem Stadtgebiet erst zeitweilig, dann fūr einen längeren Zeitraum Stromausfall.

Der Verkehr ist hier ohnehin schon wahnsinnig bis unerträglich, aber wenn dann auch noch die Ampeln ausfallen, dann geht hier gar nichts mehr. Dann zeigt sich kolumbianische Improvisationskunst in ihrer ganzen Größe. Beeindruckend, wie in allerkürzester Zeit Kreuzungen samt Gehwegen rechts und links unpassierbar gemacht werden können. Ein (fast) unauflösbares Knäuel! Mit so richtig viel Gehupe, lautstarkem Gebrülle, Drohgebärden und viel Abgasgestank. Beeindruckend!

Dann fiel zu Hause auch noch unser Internet, als wir dann wieder Strom hatten, vollständig aus. Das ist eine Katastrophe!
Das Internet ist für uns wirklich extrem wichtig. Vor allem zur Geldbeschaffung unerlässlich. Wir verfügen in Kolumbien über kein Bankkonto, ziehen an diversen Bankautomaten unser notwendiges Bargeld. Die Prozedur habe ich an anderer Stelle bereits geschildert. Zur Sicherheit haben haben wir für die Kreditkarten unterschiedlich hohe (aus Sicherheitsgründen eher niedrige) Limits gesetzt.
Das hat zur Folge, dass wir je nach Bedarf Geld von einer zur anderen Karte hin- und herschieben. Jetzt nahte das Monatsende und somit unsere Mietzahlung. Da müssen dann mal eben einige Millionen Pesos aus den Automaten gezogen werden. Anschließend wird das Geld dann wieder von Hand auf ein Konto eingezahlt.
Kurzum: Ein Leben ohne Internet ist möglich, aber sinnlos (frei nach Loriot).

In den nächsten Tagen muss ich einiges aufarbeiten. Unter anderem auch an unserem Blog noch einige Zeilen zu unserem Chile-Urlaub vervollständigen.

Da wir in der Zwischenzeit Entzugserscheinungen bekamen, habe ich uns eine Mobilfunk-Lösung von Movistar (Telefonica) besorgt. Leider ist auch dieses Netz sehr schwankungsanfällig bis ausfallgefährdet.
Was den Umgang mit einer kolumbianischen Servicehotline anbelangt, bin ich inzwischen abgehärtet. Bitten nach etwas langsamerem Sprechverhalten werden meist mit Lautstärke und noch mehr Geschwindigkeit beantwortet. Von dem Dschungel einer tastengeführten Hotline muss ich hier sicherlich nichts erzählen. Das werden die meisten von euch vermutlich schon erlebt haben.

Jetzt steht die Verbindung wieder sehr zuverlässig und gefühlt noch schneller als zuvor.

Fehler beim Zugriff auf den Blog

Das Passwort gilt ab sofort für ALLE Seiten und ALLE Artikel.
Fälschlicherweise hatte ich ein falsches Passwort für einige Seiten eingerichtet.

ENTSCHULDIGUNG

Sound am Sonntagnachmittag

Sound am Sonntagnachmittag

So in etwa hört es sich bei uns an einem gewöhnlichen Sonntagnachmittag an.
Man beachte bitte den wahnsinnigen Papagei im Hintergrund und den noch wahnsinnigeren Trompetenspieler.
Oder ist es umgekehrt?